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Die NRZ berichtete am 8. Februar 1996:

'Ripse' plant sich selber neu

Der Originaltext:

Bildunterschrift: Das gefällt den kleinen wie den großen Anwohnern der "Ripse": Das neue Planungsmodell des Architekten Holger Teuber. NRZ-Foto: Oertel

"Ripse" plant sich selber neu: Architektenmodell vorgestellt

Ökologische Neubebauung und mieterfreundliche Renovierung

    Normalerweise wird die Stadtplanung im Rathaus betrieben. Die Anwohner der Siedlung Ripshorster Straße aber warten traditionsgemäß nicht darauf, daß über ihre Köpfe hinweg Vorentscheidungen getroffen werden. Zum ăRipse"-Fest am Wochenende stellten sie ein stadtplanerisches Modell des Architekten Holger Teuber vor, das Perspektiven für die Zukunft der Siedlung aufzeigt.

    Teuber, selbst Anwohner der "Ripse", bezeichnet Arbeitersiedlungen als "bedeutsame städtebauliche Vorbilder". Zu ihren Kennzeichen gehören ăstädtebauliche Geschlossenheit, hohe Freiflächenanteile, beispielhafte Architektur- und Formensprache der Gebäude, hauseigene Gärten hohe soziale Identifiktation der Bewohner und ein extrem preisgünstiges Wohnungsangebot für untere Einkommensschichten.

    Auf dieser Folie schlägt Teuber für die Siedlung Ripshorster Straße zusätzliche Neubebauung vor. Sie soll Wohnungen bieten sowohl für junge Familien, für kinderreiche Familien, für Wohngemeinschaften und für Haushalte von Alleinerziehenden. Großzügige öffentliche und private Grünanlagen sollen die Häuser umgeben, wobei alter Baumbestand erhalten bleiben und ein naturnahes Regenrückhaltebecken geschaffen werden soll.

    Die Gebäude selbst sollen nach den Prinzipien des ökologischen Bauens entstehen. Dazu gehört zum Beispiel das Auffangen und Nutzen des Regenwassers, die ausschließliche Verwendung recyclefähiger Materialien sowie ein Niedrigenergie-Standard durch extrem gute Wärmedämmung und passive Nutzung der Sonnenenergie.

    Die Bewohner der "Ripse" sowie möglicherweise auch zukünftige Nutzer neuer Wohnungen sollen möglichst frühzeitig in die Planung und den Bau der Anlage einbezogen werden. Dabei sollen geleistete Mieterinvestitionen berücksichtigt und Angebote für weitere Selbsthilfeleistungen gemacht werden. Das angestrebte Niveau nach der Renovierung des vorhandenen Wohnungsbestandes solle sich nach den einfachsten ökologisch vertretbaren Ausstattungsstandards richten, damit zu erwartende Mietsteigerungen auf ein geringstmögliches Maß reduziert werden.

-tf-






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